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Die entwicklung und Zukunft der Jagd in Kommunalen Hegegebieten

| Haupt Foto ©Paul van Schalkwyk

Die nachhaltige Nutzung des Wildes, insbesondere durch die Trophäenjagd, hat eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der kommunalen Hegegebiete gespielt. Vor 1998 wurden in Namibia nur vier Jagdkonzessionen auf Gemeinschaftsland genutzt, und keine davon beteiligte die jeweiligen örtlichen Gemeinschaften in irgendeiner bedeutungsvollen oder gar einträglichen Weise. Jetzt werden 46 Trophäenjagdkonzessionen auf Gemeinschaftsland genutzt (siehe Abbildung), und die Hegegemeinschaften profitieren von den Konzessionen und sind zugleich deren Verwahrer. Von L. Chris Weaver

V iele halten das namibische System der kommunalen Hegegebiete für die weltweit führende gemeinschaftliche Initiative im Umweltschutz. Es kam zustande weil die namibische Regierung erkannte, dass der Erhalt des Wildes auf gemeinschaftlichem Land langfristig davon abhängt, dass die örtliche Bevölkerung die Verantwortung für die Wildhege übernimmt und den Nutzen davon hat. Seit der unausgereiften Gründung der ersten vier kommunalen Hegegebiete 1998 ist die Hegebewegung auf mittlerweile 82 kommunale Hegebiete angewachsen. Sie haben eine Gesamtfläche von 161.000 km² und umfassen mehr als 180.000 Mitglieder örtlicher Gemeinschaften. Die Motivation zur Gründung kommunaler Hegegebiete sind die Aussicht auf Bargeldeinnahmen, Arbeitsplätze für die Mitglieder der Hegegemeinschaften, vielfältigere Verdienstmöglichkeiten und zunehmende Einbeziehung in den Jagdsektor. Diese Vorteile wiederum beruhen auf Wildbeständen, die immer mehr hochwertigen Fotosafari- und Jagdunternehmen quer durch die kommunalen Hegegebiete in Namibia als Grundlage dienen.

Die Einführung von kommunalen Hegegebieten mit Jagdkonzessionen hat dazu beigetragen, dass Namibia eine der begehrtesten Jagd-Destinationen in Afrika geworden ist. Freilebende Bestände der “Großen Fünf” (Büffel, Elefant, Leopard, Löwe und Nashorn) außerhalb der Wildparks und eine breitgefächerte Mischung von Steppenwild ergeben attraktive Jagdangebote. Und die Landschaften, in denen gejagt wird, sind ebenso abwechslungsreich: ob atemberaubende Wüste, hügelige Savanne, ausgedehnte Baumsavanne oder fruchtbare Flussauen. Hinzu kommt, dass die Jäger die Möglichkeit haben, die Vielfalt der afrikanischen Kulturen kennenzulernen und vom Schatz des überlieferten Wissens und der Jagdfertigkeiten der Bewohner des Hegegebiets zu profitieren.

Die Gründung von kommunalen Hegegebieten hilft ländlichen Gemeinschaften, ihren Wildreichtum, verschiedene Ökosysteme
und ihre kulturellen Vermögenswerte gewinnbringend zu nutzen.  Partnerschaften zwischen Safari-Anbietern und kommunalen Hegegebieten generieren Einnahmen in Millionenhöhe, mit denen die Gehälter von Wildhütern und eine Reihe von Aktivitäten zur Regulierung und Überwachung der Wildbestände finanziert werden. Mitglieder der Hegegemeinschaft werden auch als Fährtenleser, Abdecker und Campingpersonal beschäftigt, und immer mehr von ihnen qualifizieren sich als Jagdführer. Im Jahr 2013 brachte die nachhaltige Nutzung der Wildbestände (vor allem Trophäenjagd) den Hegegemeinschaften insgesamt 33,2 Millionen Namibia-Dollar ein, davon allein 21 Millionen an Jagdgebühren. Hinzu kamen mehr als 542 Tonnen Wildbret sowie 134 Vollzeit- und 129 Teilzeitarbeitsplätze.

In Namibias gemeinschaftlich genutzten ländlichen Gebieten ist die Nutzung des Wildes eine starke Triebkraft für Naturschutz, Empowerment der Gemeinschaft und Verbesserung der Lebensgrundlagen geworden. Doch trotz dieser beeindruckenden Entwicklung besteht ein dringender Bedarf, sozial benachteiligte Namibier stärker in den Jagdsektor einzubinden. Insbesondere muss ihnen dazu verholfen werden, selbst die Rolle des Jagdveranstalters zu übernehmen. Dabei wird es vielfältige Hindernisse geben, wie etwa die Anschaffung der nötigen Ausstattung (Fahrzeuge, Camping- und Jagdausrüstung) oder die Entwicklung der erforderlichen Fertigkeiten in den Bereichen Marketing, Kundenbetreuung und Management – insbesondere die Führung der geschäftlichen Aspekte eines Jagdunternehmens. Zeit und Einsatz sind erforderlich, um diese Herausforderungen zu bewältigen, aber sie sind auf keinen Fall unüberwindlich.

Hegegebiete
1 Nyae Nyae, 2 Salambala, 3 #Khoadi//Hôas,
4 Torra, 5 Wuparo, 6 Doro !Nawas,
8 Kwandu, 9 Mayuni,10 Purros,
11 Marienfluss, 12 Tsiseb, 13 Ehirovipuka,
15 Sorris Sorris, 16 Mashi,
17 Omatendeka, 18 Otjimboyo,
19 Uukwaluudhi, 20 Orupembe,
21 Okangundumba, 22 //Huab,
25 Anabeb, 26 Sesfontein, 27 Sanitatas,
28 Ozondundu, 29 N#a-Jaqna,
30 #Gaingu, 37 Muduva Nyangana,
40 King Nehale, 41 George Mukoya,
43 Kasika, 45 Balyerwa, 46 Ondjou,
47 Kunene River, 48 Ohungu, 49 Sobbe,
53 Okondjombo, 56 Sikunga, 59 Dzoti,
64 Bamunu

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JAGDVERANSTALTER WERDEN FÜR KOMMUNALE HEGEGEBIETE GESCHULT

NAPHA hat proaktiv sowohl den Bedarf als auch die Möglichkeit erkannt, sich mit dieser Situation auseinanderzusetzen und hat dazu die Unterstützung des WWF in Namibia und der Namibia Nature Foundation gewonnen. Ein Pilotprojekt zur Identifizierung von benachteiligten Namibiern, die potentiell geeignet sind, Jagdanbieter in kommunalen Hegegebieten zu werden, begann im November mit der Schulung der ersten acht Kandidaten. Ein Folgekurs ist für Anfang 2015 geplant. Danach werden NAPHA-Mitglieder den vielversprechendsten Kandidaten während des ganzen Jahres als Mentoren zur Verfügung stehen. Im Rahmen des Schulungsprogramms ist auch vorgesehen, dass die Kandidaten eine Gruppe finnischer Jäger betreuen, die konstruktives Feedback geben sollen. Wenn sich das Pilotprojekt als erfolgreich erweist, könnte die erste Kandidatengruppe Teil eines systematischen Vorgehens werden, um in den kommenden Jahren benachteiligte Namibier in dieser wichtigen Entwicklung und im Bereich Naturschutz zu ermächtigen.

„Im Jahr 2013 brachte die nachhaltige Nutzung der Wildbestände (vor allem Trophäenjagd) den Hegegemeinschaften insgesamt 33,2 Millionen Namibia-Dollar ein.“

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Dieser Artikel wurde erstmals in der 2015 Deutsch-Ausgabe von HUNTiNAMIBIA veröffentlicht.